Samstag, 3. Juli 2010

01. Juli. Das erste große Event...

Dieser Tag war von Beginn an anstrengend. Den ganzen Vormittag räumten wir alle möglichen Utensilien hin und her, packten Tischdecken, Silberbesteck und verschiedenes Werkzeug zusammen und verstauten alles in großen Kisten, die bald bis zur Decke hoch reichten. Edwina scheuchte uns durch das Haus wie ein General seine Soldaten. Sobald ihr Telefon klingelte, musste sofort jemand parat stehen, der verfolgt hatte, wo sie es diesmal wieder hingeknallt hatte und ihr das Telefon bringen. Meistens legte sie es dann mit einem gelangweilten Blick zur Seite, ohne ranzugehen. Dann wurde ich beauftragt, die Tische und Stühle hereinzutragen. Diese befanden sich in dem rostigen Container vor dem Haus. Das Drama begann damit, dass dessen Tür offenbar schon versteinert war. Jedenfalls bewegte sie sich keinen Millimeter. Erst als Marrybelle kam und wir dieses Monstrum mit vereinten Kräften bearbeiteten, schwang sie quietschend auf. Der Anblick, der sich uns bot, war wirklich...interessant. Ein Haufen staubigen Gerümpels. Nach den ersten zwei Schritten in diesen Müllwagen wollte ich schon kehrt machen, denn in allen Ecken raschelte und zischte es, als lebten hier alle Krabbeltiere der Insel. Nur nicht weiter denken... Was wolltest du noch gleich ... Tische, Stühle..... NETZ!!! GROßES Netz!!!! Schreiend rannte ich aus dem Container. Die arme Marrybelle erschreckte sich fast zu Tode und fiel in ein Gestrüpp. Ärgerlich kam Edwina aus dem Haus und erkundigte sich, was hier vor sich ging. Ich deutete wortlos auf die dicken weißen Fäden im Inneren des dunklen Containers. Da lachte sie mich aus und meinte, die Spinne sei sicher schon vertrocknet...Sehr schön. Ich bat Edwina, Mittagessen kochen gehen zu dürfen- und war verschwunden.
Anschließend standen noch einige Erledigungen auf dem Plan. Dann fuhren wir zum "Set". Die Hochzeit sollte am Eagle Beach stattfinden. Dort angekommen musste jeder mit anfassen und beim Aufbauen helfen. Edwina hatte 3cm dicke Gummischuhe an. Diese begannen nach etwa 20 Minuten zu schmelzen. Ich trug FlipFlops. Nun ja. Dann kamen die ersten Leute. Edwina war ein reinstes Nervenbündel. Und was noch viel schlimmer war: Sie war weg. Da stand ich nun allein mit dem Zeremonieminister, den kanadischen Fotografen und dem Musiker und versuchte, die Leute so gut es ging zu unterhalten. Mittlerweile kamen auch schon die ersten Gäste. Langsam wurde ich nervös. Dann tauchte Edwina endlich auf. Sie war frisch gekämmt, hatte neue Sachen an und war auf einmal so liebzeizend zu allen, dass ich mich fragte, ob die selbe Person vor mir stand...Sie dirigierte die Paarungen zum jeweiligen Sitzplatz. Mit einer Eleganz die ich ihr nicht zugetraut hätte, koordinierte sie das ganze Set. Alles lief nach Plan. Inzwischen war die Braut angekommen und Edwina vereinbarte ein Zeichen, auf welches hin ich sie aus dem Wagen zu ihren Eltern führen sollte. Sie war wirklich umwerfend schön. Detaillgetreue Berichte über das Kleid lasse ich mal aus...;) Zusammen mit ihren Eltern stolzierte sie dann zu unserem mühsam aufgerichteten Bamboo Arch. Das war wirklich ein Bild zum Verlieben. Dafür hatte sich die Arbeit gelohnt.
Während der Zeremonie schenkten wir den Champagner ein. Ein Windstoß wehte die ersten drei Gläser um, sodass die Flaschen gerade so ausreichten. Nachdem das Brautpaar symbolisch gemeinsam ein Stück Kuchen verzehrt hatte, schleppte ich die zweistöckige Hochzeitstorte zurück zum Auto. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich einfach nicht widerstehen konnte... Ich probierte nur ein winziges Stück. Dummerweise fiel das Ding an jener Stelle voll in sich zusammen. Ich kratze ein bisschen Sahne von einer anderen Stelle und füllte das Loch damit auf. Passt. Dann ging es auch schon zurück zum HollidayInn, wo das Brautpaar die Nacht verbringen wollte. Edwina war wie ausgewechselt. Sie plapperte ununterbrochen wie toll alles war und dass sie seeehhhr stolz auf sich sei... Konnte sie aber auch sein.
Um den Tag schön ausklingen zu lassen, kauften wir unterwegs eine Flasche Wein und setzten uns später damit in den Garten. Wir ließen den Tag noch einmal Revue passieren und gingen dann schlafen. Alles in allem war es ganz schön nervenaufreibend, aber auch sehr eindrucksvoll.

2 Kommentare:

  1. Haha, in den Schuppen hätt ich keinen Fuss gesetzt! Und hat der Kuchen denn wenigstens geschmeckt, bei all der Aufregung?

    xoxo

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